Karneval

Zur Zeit ist Karneval in Bolivien, und wenn die Bolivianer eins können dann ist es Karneval feiern und viel Tanzen.
In Sucre war vor ein paar Wochen der „Carneval de antaño“ und meine Freundin Carina und ich haben in einer der Gruppen Cueca mitgetanzt.
Leider habe ich keine Fotos von diesem Umzug, da es in meinem Kostüm kein Platz für meine Kamera gab. Unsere Kostüme waren schön, nur sehr rosa… 😀

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Am nächstes Wochenende ging es dann los weiter in den Süden nach Tarija. Tarija ist eine eher kleiner Stadt, die vom äußeren sehr Sucre ähnelt.
Wir kamen passend zu „Comadres“, einem Fest in der Karnevalszeit, bei dem es um die Frauen geht. „Copadres“, also das gleiche nur für die Männer war schon ein paar Tage vorher, wird aber nicht so groß gefeiert wie „Comadres“. In Tarija wird in der Karnevalszeit jede Nacht durchgefeiert, doch trotz konstantem Schlafmangel konnten wir unsere Tage dort und das schöne Wetter genießen.

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Am Wochenende ging es dann weiter nach Oruro zu einem der bekanntesten Karnevalsumzüge in ganz Südamerika.
Oruro ist keine besonders schöne Stadt, doch einmal im Jahr blüht sie für ein Wochenende auf und ist voller Touristen aus der ganzen Welt.
Der Umzug ging um 9 Uhr morgens los und dauerte bis um 6 Uhr morgens des nächsten Tages, 21h!Die Kostüme waren unglaublich, noch prachtvoller als die von den Umzügen die ich bisher hier schon gesehen hatte.
Auch die Stimmung war gut, trotz des für Oruro typischen kalten Wetters und dem gelegentlichen Regen.
Während die Regencape-Verkäufer ordentlichen verdienten, machten auch die Verkäufer von Sprayschaum ordentlich Geschäft. Normalerweise wird zum Karneval in Bolivien viel mit Wasser gespielt, bzw. geworfen. Dieses Jahr wurde der Wasserverbrauch in der Karnevalszeit aufgrund des Wassermangels im letzten Jahr jedoch stark eingegrenzt und daher stieg man auf Sprayschaum um.
Sobald es Pausen zwischen den einzelnen Tanzgruppen gab, kam es zwischen den Kindern, die unter den Zuschauern waren zu regelrechten Schaumschlachten.
Die einzigen die verschont blieben waren die Tänzer, da hier jeder weiß, wie teuer die Trachten für den Karneval sind.

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Am meisten freute ich mich, die Tinkuy-Gruppen tanzen zu sehen, schließlich habe ich das ja selbst schon einmal getanzt. Ihre Kostüme waren noch beeindruckender als die in der Entrada de Guadeloupe in Sucre.

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Der für Oruro typische Tanz ist der Tanz der Teufel, begleitet von Engeln und Bären.

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Der Umzug hatte aber auch seine Schattenseite. Schon früh wurde unter den Zuschauern getrunken und zur Nacht hin kam es immer wieder zu Schlägereien am Rande des Umzuges. Abgesehen davon war ein großes Fest wie dieses das Paradies für Taschendiebe und Betrüger.

Insgesamt jedoch war der Karneval in Oruro ein unglaubliches Erlebnis. Man muss einmal dagewesen sein um diese Stimmung wirklich nachvollziehen zu können, die Tänze, die Musik und die Spektakel. Am meisten haben mich die Kostüme beeindruckt und das Talent der Tänzer.
An diesem Umzug dürfen nur die Besten der Besten teilnehmen, insgesamt gestalten tausende Personen dieses unglaubliche Spektakel.
Trotz des Frierens und des vielen Regens hat es sich auf jeden Fall gelohnt!

 

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Ganz viel Kreide und ein neues Haus

Wie ich schon erwähnt hatte ist auch unser Projekt im Januar umgezogen. Bevor der Umzug stattfand war das Projekt offiziell geschlossen, jedoch hatten Lena und ich trotzdem jeden Tag mehrere kleine Gäste vor der Tür stehen, die zum Spielen zu uns kamen. Die Weihnachtsferien waren lang, weshalb sich unsere Nachbarskinder oft etwas gelangweilt haben und daher gerne ein bisschen Zeit im Projekt verbrachten.

Die meisten von ihnen haben keinerlei Spielzeug zuhause, es fehlt einfach schon an grundlegenden Dingen wie Wasser. Daher wollten sie auch immer duschen wenn sie bei uns waren, denn Bäder haben sie zuhause nicht. Vor dem Spielen, Malen und Toben konnte also erstmal jeder ordentlich duschen und es gab eine enorme Schaumparty.  Es war schön zu sehen wie viel Spaß sie bei uns hatten, auch wenn wir sie irgendwann wieder nach Hause schicken mussten.
Die kleine Joseline (von mir auch gerne Hexe genannt wegen ihren Haaren), meinte oft sie wolle gar nicht nach Hause, weil vielleicht ihr Vater dann da wäre und sie hat mir erzählt, dass sie Angst vor ihm hat weil er sie und ihre großen Schwestern oft schlägt.
Ihre Schwestern haben mir das gleiche erzählt, sie sagten wenn zum Beispiel Joseline hin fällt oder sich irgendwas weh getan hat, müssen ihre Schwestern dafür die Prügel aushalten, da sie angeblich nicht gut genug auf die Kleine aufgepasst hätten.
Dabei sind die großen Schwestern erst selbst 7 und 9 Jahre alt und sollten nicht die komplette Verantwortung für ihre 3-jährige Schwester haben!
Auch von vielen meiner Projektkinder habe ich schon gehört, dass sie oft geschlagen werden, doch solche Geschichten schocken jedes Mal aufs Neue. Es macht mich traurig, dass sich manche kleine Kinder hier, die doch eigentlich so viel andere Sachen im Kopf haben sollten, sich darüber Sorgen machen, ob ihr Vater nach Hause kommt oder nicht.
Dabei kann man die Schuld nicht nur bei den Eltern suchen, auch wenn sie natürlich die Hauptverantwortlichen sind. Die Ursachen findet man hier auch in fehlender Bildung, der Hoffnungslosigkeit und Ausgrenzung die in vielen Häusern am Stadtrand zu finden ist und in dem schlechten Gesundheitssystem Boliviens. Wie sonst kann es dazu kommen, dass Kinder bestraft werden wenn sie sich verletzen, weil die Eltern genau wissen, dass sie einen Arztbesuch nicht bezahlen können? Es macht mich unglaublich wütend, wie der Präsident und viele Politiker hier den Fortschritt Boliviens andauernd anpreisen und sich selbst für die Stadien und schönen Fußballplätze loben, die sie gebaut haben, wobei genau diese Unmengen an Geld an wichtigeren Stellen fehlen.

Unsere Nachbarskinder gehören leider zu denen, die in diesem System gerne übersehen werden. Zum Glück haben wir es jetzt aber geschafft, dass ein Teil von ihnen in unserem Projekt eingeschrieben wird. Das ist schon mal ein Anfang.

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Ende Januar war es dann soweit und alles wurde umgezogen. Das neue Projekthaus befindet sich nur ein paar Meter weiter, daher ging der Umzug relativ schnell von statten. Mehrere der Kinder aus dem Projekt und auch unsere Nachbarskinder kamen vorbei und alle haben fleißig mit angepackt.
Das neue Haus ist etwas kleiner als das Alte, jedoch reicht der Platz vollkommen aus.
Es ist in drei Teile unterteilt, dem Comedor in dem gegessen wird uns Hausaufgaben gemacht werden, die Küche und der Lagerraum befinden sich im zweiten kleinem Haus und im dritten ist Platz für die Verwaltung und die Mutterkurse.
In der Mitte der drei Teile befindet sich ein kleiner Hof. Der Hof hat leider keine Wiese wie der alte, jedoch können wir hier alles mit Kreide voll malen, da der Hof betoniert ist. Unser Kreideverbrauch ist extrem in die Höhe geschossen, doch die Kinder haben eine Menge Spaß daran.

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Weihnachtsreise (Teil 2)

In Chile ging es nach der Einreise direkt nach San Pedro de Atacama. Dies ist ein verschlafenes kleines Städtchen, das vor allem als Übergangspunkt für Touristen dient,  die nach Chile von Bolivien aus einreisen oder umgekehrt. Dort sind wir auch nur eine Nacht geblieben um direkt mit dem Bus weiter nach Argentinien zu fahren.

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In Argentinien angekommen war die erste Stadt die wir zu sehen bekamen Salta. Salta ist nicht besonders groß, aber sehr schön. Man merkte gleich, dass Argentinien reicher ist als Bolivien, die Autos waren moderner, die Häuser größer und europäischer.
Das erste mal seit 6 Monaten bekamen wir auch mal wieder einen McDonalds zu sehen, denn in Bolivien gibt es kein McDonalds mehr.

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Am nächsten Tag ging es weiter mit dem Bus nach Buenos Aires. Wir saßen den ganzen Tag im Bus, aber zumindest bekamen wir so viel von der Landschaft zu sehen.
Buenos Aires ist wirklich eine riesige Stadt und sehr beeindruckend. Sie wird auch oft das „Paris Südamerikas“ genannt, da viele Teile der Stadt im europäischen Stil gebaut wurden. In Buenos Aires rennt man als Tourist nicht von einer Sehenswürdigkeit zur  nächsten, vielmehr genießt man die Stimmung der Stadt und ihre Vielseitigkeit.
Hier trifft sich Altes und Neues, hier wohnen Menschen aus ganz Südamerika zusammen und Kulturen aus aller Welt treffen sich hier.
Abgesehen davon ist Buenos Aires eine extrem moderne Stadt, die vor allem bei der Jugend Südamerikas beliebt ist.

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Was mir an Buenos Aires sehr gefällt ist dieser Mischmasch von vielen Kulturen, in einem Stadtteil fühlt man sich wie in Frankreich, ein paar Straßen weiter erinnert alles an New York und eine Ecke weiter denkt man an Rom.

Worüber ich mich auch sehr gefreut habe war, das Meer mal wieder zu sehen. Bolivien hat ja seinen Meerzugang leider in verschiedenen Kriegen verloren (aber sie holen es sich wieder, soviel steht fest… 😉 ).

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Am schönsten fand ich allerdings den Stadtteil „La Boca“ (der Mund), ein kunterbunter Stadtteil mit viele Restaurants, argentinischen Steaks und Tangotänzern.

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Insgesamt hat mir die Stadt sehr gut gefallen, auch wenn die Heimreise wirklich lange und anstrengend war, hat es sich doch gelohnt bis dort runter zu fahren.
Argentinien im Allgemeinem fand ich sehr schön, auch die Leute waren extrem offen und gastfreundlich.
Trotzdem habe ich mich auch sehr gefreut wieder nach Sucre zurückzukommen und auch meine Kinder im Projekt wiederzusehen. Wie das neue Projekthaus jetzt aussieht zeige ich dann im nächsten Beitrag.

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Weihnachtsreise (Teil 1)

Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor seit ich das letzte Mal etwas geschrieben habe.
Die letzten Tage waren hier sehr vollgepackt, denn sowohl Lena und ich, als auch mein Projekt sind umgezogen, aber dazu ein anderes Mal mehr.
Davor hatte ich 3 Wochen lang Weihnachtsferien, die ich zum Reisen genutzt habe. Nach Weihnachten ging es von La Paz aus los zum berühmten Salar de Uyuni bis zur chilenischen Grenze und schließlich weiter bis nach Buenos Aires in Argentinien.
Aber eins nach dem Anderen.

Weihnachten habe ich mit mehreren anderen Freiwilligen in El Alto (La Paz) verbracht. Es gab viele Wichtel-Geschenke und gutes Essen, insgesamt war es ein ungewohntes aber trotzdem sehr schönes Weihnachtsfest.
Abends sind wir auch wie es sich gehört in die Kirche gegangen und das war auch eine sehr schöne Erfahrung. Die Kirche war total überfüllt, die Lieder waren sehr fröhlich und es wurde laut mitgesungen und natürlich auch ein bisschen mitgetanzt. Viele Leute hatten auch kleine Jesuskinder dabei, die sie taufen ließen. Am lustigsten fand ich aber den Chor aus kleinen Weihnachtsmännern neben der Krippe, denn die trifft man ja sonst eher selten in katholischen Kirchen.

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Am nächsten Tag ging es für Nikolas, einem anderem Freiwilligen,  und mich gleich weiter nach Uyuni um die Salar-Tour zu machen. Die Tour dauerte drei Tage und wir waren zu 6 mit einem Guide in einem Jeep unterwegs. Unsere Gruppe verstand sich schnell sehr gut, die anderen waren aus Mexico und Santa Cruz.
Der erste Halt war ein Eisenbahnfriedhof außerhalb von Uyuni. Früher wurden diese Eisenbahnen zum Salztransport benutzt, heute dienen sie hauptsächlich als Touristenattraktion und zum Fotos machen.

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Nachdem wir genug herumgeklettert waren ging es weiter zur großen weltberühmten Salzfläche. Mir kam diese Salzwüste unendlich groß vor, nirgendwo konnte man ein wirkliches Ende erkennen, höchstens ein paar Berge, stundenlang sah man nur weiß, wenn man aus dem Fenster schaute.
Mittagessen gab es dann in einem ehemaligen Salzhotel (der Name sagt es schon, alles war aus Salz). Diese weite Fläche hat mich unglaublich beeindruckt und man hat sich plötzlich unglaublich klein gefühlt.
An manchen Stellen war das Salz schon etwas braun, weil es in den Wochen davor so lange nicht mehr geregnet hatte.
Nach dem Mittagessen konnten wir auch noch auf eine der vielen Kakteeninseln gehen, von der aus man eine unglaubliche Aussicht hatte.

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Unser erster Tag der Tour endete dann gemütlich abends in einem Salzhotel mit einem leckerem Abendessen und einer heißen Dusche. Ab diesem Tag war auch in jeder Ritze und zwischen allen Sachen im Rucksack feinstes Salar-Salz zu finden.

Am nächsten Tag ging es weiter, durch umwerfende Landschaften hin zu den ersten Lagunen. Unterwegs machten wir immer wieder halt um die Landschaft besser sehen zu können und Fotos machen, die manchmal schon fast unecht aussehen oder wie Bilder von einem Windows-Bildschirmschoner.
Die Farben waren einfach umwerfend und mir kam alle etwas unwirklich vor.

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Die erste Lagune, die wir zu sehen bekamen war voller Flamingos und einfach nur wunderschön.

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Auch die zweite Lagune war umwerfend, noch heller als die erste und auch wieder mit vielen Flamingos besetzt. Mit Blick auf diese wunderschöne Landschaft gab es dann Mittagessen in einem vollkommen ökologischem Hotel.

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Nach dem Mittagessen fuhren wir  an einer weiteren Lagune vorbei, durch eine kleine Wüste bis hin zum „Arbre de pierre“.
Dauernd wechselte die Landschaft und ich versuchte wirklich jede Sekunde aus dem Fenster zu schauen um ja nichts zu verpassen.

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Der letzte Stopp am zweiten Tag war schließlich die Laguna Colorada, eine riesige und beindruckende Lagune, ganz verschiedener Farben.

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Unser letzter Tag am Salar de Uyuni begann sehr früh um halb 5 Uhr morgens. Wir fuhren direkt los zu den sogennanten „Geysers“. Dort konnten wir eingepackt in tausend Pullis und Jacken bei Eiseskälte faszinierende Dämpfe aus der Erde schießen und aufsteigen sehen. Wie genau diese Dämpfe entstehen habe ich leider wieder vergessen, es war einfach noch so früh.

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Nach den Geysers folgten heiße Quellen in denen man sich aufwärmen konnte. Die Vorstellung aus meinen vielen Pullis rauskommen zu müssen hielt mich davon ab ganz reinzugehen, doch ich konnte zumindest meine Füße und Beine wieder auftauen und die Landschaft war einfach gigantisch.

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Schließlich machten wir uns auf den Rückweg, unterwegs gab es natürlich wieder viel zu sehen und natürlich auch wieder eine Lagune. Ein letztes Mal konnten wir uns noch sattsehen an dieser umwerfenden Natur und mir kam immer noch alles total irreal vor.
Unser Guide fuhr den Rest der Truppe noch bis nach Uyuni zurück, Niko und mich setzte er vorher an der chilenischen Grenze ab, wo unsere Reise dann weiterging

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Wie es dann in Chile, bzw. Argentinien weiterging berichte ich dann in meinem nächsten Beitrag. Ich bin unglaublich froh, dass ich die Salar-Tour gemacht habe, es war einfach eine unglaubliche Erfahrung und ich habe noch nie so wunderschöne Landschaften gesehen. Jedem der nach Bolivien kommt empfehle ich, diese Tour zu machen, 3 Tage pures Staunen!

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Dinos und ein kleines Jesuskind

Um den Kindern in den letzten Tagen vor Weihnachten und vor den Ferien die Zeit nochmal besonders schön zu gestalten, sind wir am Donnerstag mit ihnen ins Zentrum, in den Parque Bolivar gefahren. Ein Teil des Parques ist nämlich ein riesiger Kinderspielplatz, ganz mit Dinosauriern gestaltet.
Es gab viel Eis, aufgeschürfte Knie und mit Kindern vollgestopfte Micros. Insgesamt waren alle total begeistert, denn die Spielplätze in Lajastambo sind eher karg gestaltet. Und die ganzen Dinos im Parque waren nochmal besonders spannend.

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Wieder im Projekt angekommen ging es gleich weiter mit ein paar ausgiebigen Kuschelstunden und „fliegen“.

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Gestern war dann schließlich der letzte Tag vor den Ferien und zur Feier des Tages wurde wieder getanzt, gegessen, Reden gehalten (bei denen glaube ich kein Kind wirklich zugehört hat), es wurden Geschenke verteilt und es gab auch ein Krippenspiel.

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Beim Krippenspiel gab es sogar ein echtes kleines Jesuskind (es wurde ein Geschwisterchen mal eben kurz ausgeliehen), dass sich ohne Schreien perfekt in seine Rolle einfand.
Besonders niedlich waren auch die kleinen Mini-Cholitas und ihre Tanzpartner, die anstelle von Engeln oder Hirten zur Krippe tanzten.

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Für die Kinder waren natürlich die Weihnachtsgeschenke ein Höhepunkt, die Familienweise an alle verteilt wurden.

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Insgesamt war die Feier sehr schön und ein guter Abschluss des Jahres. Ich glaube es hat auch den Kindern sehr gut gefallen, zumindest sahen sie alle sehr zufrieden aus, als sie mit ihren Geschenken in den Armen gegangen sind.
Ich freue mich schon richtig sie nach den Ferien wiederzusehen, aber aufs Reisen freue ich mich natürlich auch schon sehr. Am Montag gehts los!

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Kermes und Wasserschlachten

Endlich komme ich mal wieder zum schreiben! In den letzten Wochen ist viel passiert, mir wurde mein Rucksack mit fast all meinen Wertsachen geklaut und ich war wieder im Krankenhaus. Aber dank der guten Pflege von Josefa, Lourdes und ihren Familien bin ich jetzt zum Glück wieder gesund.

Auch hier in Bolivien ist Weihnachtsstimmung aufgekommen, allerdings ist hier die Weihnachtszeit um einiges kitschiger gestaltet als in Deutschland.
Seit ein paar Wochen stehen schon die ersten Plastikweihnachtsbäume (in verschiedenen Farben und glitzernd) vor den Häusern und in jedem Laden kriegt man jetzt kunterbunten Weihnachtsschmuck. Auch auf der Plaza wurde ein riesiger Lichtertannenbaum zwischen den Palmen aufgestellt und Abends ist die ganze Plaza in bunten (nicht gerade sehr weihnachtlichen) Farben erleuchtet.
Im weißen Stadtzentrum sehen die vielen grünen Tannenzweige an den Wänden zwar wirklich schön aus (auch wenn sie nicht echt sind), aber wenn ich noch einen knallroten amerikanischen Santa Claus umgeben von rosa Glitzerlametta an einer Wand hochklettern sehe werde ich verrückt.
Insgesamt ist hier die Adventszeit wirklich ganz anders als in Deutschland, aber es ist auch mal was anderes und interessant den 3. Advent im T-shirt bei fast 30° zu verbringen.

Am Sonntag haben wir im Projekt eine große Kermes veranstaltet, das heißt es wurden verschiedene Gerichte verkauft und mit schöner Musik und guter Stimmung entstand so etwas wie ein Grillfest. Um das viele Essen (Pollo al horno, Mondongo und Parillada) vorzubereiten wurde schon Samstagnacht mit den Kochen angefangen und alle waren schon früh auf den Beinen.
Für mich war die Kermes auch eine gute Gelegenheit mal alle Familien von hier gleichzeitig einzuladen und insgesamt entstand ein sehr schöner Nachmittag.

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Zur Zeit haben wir hier wirklich gutes Wetter, deshalb genießen auch die Kinder im Projekt immer gerne die Sonne. Und was ist das wichtigste wenn es heiß ist? Klar, Wasserbomben!

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Manchmal werden die Wasserbomben dann eben auch einfach gegessen….

In den letzten Tagen wurde auch viel gebastelt und gemalt (diesmal mit Wasserfarben) und ich habe sogar ein kleines Türschildchen gemalt bekommen.

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Nächste Wochen habe ich Weihnachtsferien und wahrscheinlich werde ich die Zeit zum Reisen nutzen. Aber so wirklich fassen kann ich es noch nicht, dass schon nächste Woche Weihnachten ist und dann auch schon gleich Silvester! Schon mehr als 4 Montage bin ich hier und die Zeit vergeht wirklich wie im Flug.

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Festtage

In den letzten Wochen gab es (mal wieder) ein paar Feste zu feiern. Erst gab es ein Sportfest in meiner Schule („damit wir keine Hausaufgaben kriegen“ laut Camilla) und dann natürlich noch Allerseelen, das hier sehr wichtig ist, aber eins nach dem Anderen.

Das Sportfest lief in vieler Hinsicht sehr bolivianisch ab, sehr chaotisch aber trotzdem irgendwie schön. Die Disziplinen waren auch sehr abwechslungsreich, von Tonnenrollen, Fußballspielen und Essen bishin zu Plastikflaschen stapeln (so sah es zumindest aus, Lena und ich sind nicht ganz dahinter gekommen, was sie da machen mussten) und einfachem spontanem Rumlaufen gab es alles. Ich hatte dann vor allem mal die Möglichkeit ein paar Fotos in der Schule und von den Kindern in ihren Uniformen zu machen. Passend zum Sporttag hatten die meisten natürlich ihre rot-weiße Sportuniform an. Die normale Uniform ist an meiner Schule blau und weiß, die Kindergartenkinder tragen rotkarierte Kittel (im Felix-Hase-Stil).

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Insgesamt hat das Sportfest den Kinder glaube ich sehr viel Spaß gemacht, von der chaotischen Planung haben sie denke ich mal nicht so viel mitbekommen.

An Allerseelen ist es hier üblich den Verstorbenen ein Mal zuzubereiten, zuhause oder auf dem Friedhof, welchem die Seelen der Toten nach ihrer Ankunft um 12:00 Mittags dann jeglichen Geschmack nehmen. Der Friedhof ist in diesen Tagen mit vielen bunten Blumen und anderer Deko geschmückt und auch alles voller Essen, was die Hinterbliebenden bringen.

An diesem Tag war ich mit Lourdes, ihrem Sohn Oso und ihrem Enkel Benedikt, sowie zwei weiteren Freundinnen auf dem Friedhof um mir die Festtagsgebräuche dort anzuschauen. Viele Leute waren in schwarz gekleidet, es wurde auch viel gesungen, geredet, Koka gekaut und geraucht. Bei strahlendem Sonnenschein im wunderschönen Friedhof von Sucre, feierte man in entspannter Stimmung den Tag der Toten.

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Insgesamt war es sehr spannend, die Gebräuche und das typische Essen an diesem Tag mal kennenzulernen und mitzuerleben. Im Fernsehen konnte ich dann auch sehen, wie in den anderen Departamentos gefeiert wurde, die Bräuche unterscheiden sich nämlich teilweise. Und wer weiß, vielleicht hatte das ganze Essen nach 12:00 ja wirklich keinen Geschmack mehr.

 

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