ABSCHIED

Es ist soweit, mein letzter Blogeintrag zu Bolivien. In meinen letzten Wochen in Bolivien war ich noch ein paar mal auf Reisen im Tiefland unterwegs, konnte noch einmal traumhafte Wasserfälle und Natur genießen, und habe versucht noch so viel Zeit wie möglich mit den Kindern und meinen Freunden und Familien dort zu verbingen. Außerdem kam mich auch meine Familie aus Deutschland noch besuchen.
Die Zeit verging wie im Flug und ich konnte es bis zum letzten Tag nicht fassen, dass ich nun wirklich gehen musste.

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Im Projekt gab es für Lea und mich eine wunderschöne Abschiedsfeier, an der nicht nur die Kinder und Mitarbeiter, sondern auch die Mütter und Familien der Kinder teilnahmen.
Es wurde viel getanzt, gesungen, geredet und auf allen Seiten flossen viele Tränen.
Auch wenn es unglaublich schwer war mich von allen Kindern verabschieden zu müssen, so war dies trotzdem ein sehr schöner letzter Nachmittag den wir zusammen verbrachten, auch wenn so viel geweint wurde.

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Als es schließlich soweit war und es in Santa Cruz mit allen Richtung Flughafen ging, war das letzte was ich wollte in diesen Flieger einzusteigen.
Ein Jahr hört sich zwar immer so wenig an, aber es reicht um sich ein ganz neues Leben aufzubauen. Und dieses vertraute Umfeld dann plötzlich wieder verlassen zu müssen ist unglaublich schwer.
Ich habe in diesem Jahr so viel erlebt, was ich nie vergessen werde, so viele neue Freunde und ein neues Zuhause gefunden. Ich habe Dinge gesehen die mich geschockt und berührt haben und Erfahrungen gemacht, durch die ich viele Dinge neu in Frage gestellt haben. Seit ich wieder in Deutschland bin, habe ich schon oft gehört, dass ich ja noch genauso aussehe wie vor einem Jahr, doch verändert hat mich diese Zeit auf jeden Fall.
Bolivien ist ein unglaublich vielseitiges Land, sowohl was die Natur als auch die Menschen angeht, und ein Jahr reicht immer noch nicht aus um all seine Facetten kennenlernen zu können.
Es ist schön zu wissen, dass ich jetzt ein zweites Zuhause dort habe, viele Familien und Freunde, die mich jederzeit wieder aufnehmen würden.
Ich vermisse jeden Tag unglaublich viele Dinge aus Bolivien, doch am meisten vermisse ich die Menschen die ich dort kennenlernen durfte.

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Peru

Ziemlich verspätet folgt jetzt endlich mein Reisebericht zu Peru, wo ich Anfang Juni zusammen mit einem meiner Freunde aus Deutschland, Luis, war.
Wir waren zwei Wochen unterwegs, die erste Woche in La Paz und am Salzsee in Uyuni. Wir haben die gleiche Tour über drei Tage gemacht, wie ich sie schon mal Ende letzten Jahres gemacht hatte, diesmal aber in einer anderen Jahreszeit.
Da es geschneit hatte konnten wir den dritten Tag nicht durchführen wie beim letzten mal, trotzdem war die Tour wieder extrem beeindruckend.

Danach ging es von La Paz aus direkt weiter nach Cusco in Peru. Obwohl wir eine Landesgrenze überschritten haben, vergaß ich immer wieder, dass wir nicht mehr in Bolivien waren. Sowohl die Landschaft, die Dörfer als auch die Menschen ähnelten extrem Bolivien. Beziehungsweise dem Teil der bolivianischen Bevölkerung der im Hochland lebt.
Denn es ist immer schwierig von „einer“ bolivianischen Bevölkerung zu sprechen, denn die Leute im Tiefland unterscheiden sich sowohl vom Aussehen (in Santa Cruz zum Beispiel sind viele weißer als ich und auch im Durchschnitt viel größer) als auch von der Lebensweise extrem von der Bevökerung des Hochlandes, die meiner Meinung nach mehr den Peruanern ähnelt als den eigenen Mitbürgern im Tiefland.
Natürlich mischen sich durch Arbeit und Verkehr die unterschiedlichen Gruppen, trotzdem sind diese Unterschiede noch extrem spürbar.
Wer Politik in Bolivien macht, macht quasi Politik für mehrere Länder, da in den unterschiedlichen Teilen unterschiedliche Einflüsse aus den Nachbarländern, wie Chile, Argentinien oder Brasilien dominieren und komplett unterschiedliche Lebensweisen und Denkweisen vorherrschen.

Aber kommen wir zurück zur Reise. Cusco hat mir total gut gefallen, mit 348.000 Einwohner plus vielen Touristen ist sie immer gut belebt und die Altstadt ist wirklich schön.

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Nachdem wir uns die Stadt genügend angeschaut hatten ging es auf eine kleine Wanderung im Umland von Cusco. Die Wegbeschreibung war leider nicht besonders genau und wir haben uns komplett verlaufen und sind einfach nach Gefühl querfeldein gegangen, doch insgesamt war die Natur die wir zu sehen bekamen wunderschön. Es war auch entspannt, nicht auf andere Touristen zu stoßen sondern nur auf die Bewohner von ein paar einsamen Dörfern die wir auf dem Weg durchkreutzten.

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Von Cusco ging es dann weiter nach Aguas Calientes, einem kleinem Dorf unterhalb von Machu Picchu. Das Dorf ist meiner Meinung nach total surreal, mitten im Nirgendwo liegt zwischen den Bäumen eine kleine Ministadt, die eigentlich nur für Touristen existiert.
Hier reiht sich ein Luxushotel und ein Hostal an das andere und 80% der Stadt besteht aus Restaurants. Sogar Juweliere kann man hier kaufen!
Für die Touristen dient es natürlich nur als Startpunkt für Machu Picchu.
Wir haben die billigste Variante genommen und sind alles was ging gelaufen, haben also kein einziges Bus oder Zugticket gezahlt, wofür wir dann mit Muskelschmerzen aber einem guten Abendessen belohnt wurden.
Bevor wir uns die Ruinen angeschaut haben, ging es erstmal auf den Bergu Machupicchu hoch und von dort war der Ausblick wirklich umwerfend!
Danach kam erstmal der Schock in den Ruinen, wie viele Menschen auf einmal in den Ruinen waren. Zum Glück verzogen sich die Menschenmassen am Nachmittag langsam um noch bis nach Cusco zurückzukommen. Da wir aber noch eine Nacht in Aguas Calientes geblieben sind, konnten wir bis zum Öffnungsschluss in den Ruinen bleiben und bekamen so nochmal ein ganz anderes Machu Picchu zu sehen, ohne lautes Stimmengewirr und herumschwenkende Selfie-Stäbe.

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Auf dem Rückweg sind wir dann auf der bolivianischen Seite des Titicacasees noch zwei Tage auf der „Isla del Sol“ geblieben und haben dort die letzten Reisetage genossen. Und nichts geht über ein Bad in solch heiligem (und eiskalten) Wasser.

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Ganz viel Torte

In der letzten Woche ging es an einem (leider etwas sehr kalten) Tag mit den Kindern in den Parque Cretacico, den Dinopark, den ich auch schon einmal mit meinen ehemaligen Au-Pairs besucht hatte.
Die Kinder waren sehr beeindruckt von den lebensgroßen Figuren, wobei die kleineren auch etwas Angst von den ganzen Geräuschen hatten.
Bei so viel Dinoparks in Sucre wird ihre Begeisterung für die Viecher wahrscheinlich nie aufhören.

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Durch eine weitere großzügige Spende, diesmal von meinen anderen Großeltern, konnten wir auch im Projekt wieder neue Sachen anschaffen.
Durch die Spende haben wir 156 neue Becher kaufen können, sowohl für die Küche als auch für die Zahnbürsten. Jetzt haben wirklich alle Kinder einen eigenen Becher, was vor allem bei Wasserausfall sehr praktisch ist um das gespeicherte Wasser im Projekt zu verteilen. Mit dem restlichen Geld haben wir dann noch mehr Bücher und Spielsachen kaufen können sowie Stifte, Kreide und Farben (unser Verschleiß ist hoch, die Kinder malen einfach zu gerne).
Die neuen Sachen haben wir dann an meinem Geburtstag am Montag ins Projekt gebracht, was den Tag nochmal schöner gemacht hat, da sich alle so gefreut haben.
Josefa überraschte uns im Projekt dann mit zwei riesigen Torten für die Kinder, für die der Tag dann wie ein kleines Weihnachten war. Sie haben mir auch Karten geschrieben und Bilder gemalt und auch gesungen und getanzt.
Noch nie in meinem Leben habe ich so viel Torte an einem Tag gegessen! Aber zuerst gab’s natürlich Suppe, Gemüse kommt im Musuq immer zuerst!

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Auch wenn es komisch war, an meinem Geburtstag nicht bei meiner Familie zu sein, hatte ich einen wunderschönen bunten Tag mit allen Kindern und ich glaube ihnen ging es genauso (Torte, neue Spielsachen, was will man mehr).

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Kinder, Kinder, Kinder,…

Im Musuq ist in letzter Zeit viel passiert. Durch eine Spende von meinen lieben Großeltern konnten wir viele neue Spielsachen kaufen, Matten zum Draufsitzen und neue Materialien.
Bei den Kindern kamen die neuen Sachen natürlich supergut an und es ist schwer geworden sie überhaupt noch zum Hausaufgabenmachen zu bekommen, seit so viele tolle Sachen in ihrer Reichweite liegen.

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Abgesehen davon, haben wir jetzt eingeführ, dass wir jeden Monat einmal einen Ausflug machen, Ende März ging es daher nochmal zum Parque Bolivar im Zentrum mit den vielen schönen Dinospielgeräten. Auch den Größeren wird es da nie langweilig.

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Vorletzte Woche war dann auch der „Tag des Kindes“ in Bolivien und zur Feier des Tages gab es keine Hausaufgaben und die Kinder wurden mit Geschenken und Süßigkeiten in der Schule überhäuft. In manchen Schulen kamen auch Clowns oder Zauberer.

Im Projekt gab es natürlich auch eine Feier und wir haben eine „Miski Pukara“ gemacht, das heißt die Kinder mussten tanzen um sich Geschenke oder Süßigkeiten von einem Geschenke-Gerüst zu verdienen.
Natürlich wurden die Tänze nicht bewertet, jeder der getanzt hat, bekam seine Belohnung.
Manche der Mädels sahen aus wie kleine Prinzessinnen (oder wie Kommunionskinder), und haben mir stolz ihre Kleidchen präsentiert.
Meine ehemaligen Nachbarskinder (mittlerweile ist die komplette Familie eingeschrieben) haben auch fleißig abgesahnt, sie haben sich gut im Projekt eingelebt und fühlen sich total wohl. Das Fest kam bei allen Kindern total gut an und wir sind erfolgreich alle Belohnungen losgeworden.

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Am „geraubten Meer“

Kurz bevor ich mit ein paar der anderen Freiwilligen vor zwei Wochen nach Chile gefahren bin, war in Bolivien der „Tag des Meeres“.
Alle Schüler der Stadt mussten in ihren schönsten Uniformen mit bunten Plakaten voller Bilder und Sprüche zum Thema Meer, Fahnen und Kapellen auflaufen, das gesamte Militär und die Polizei Sucres marschierten in kompletter Uniform und begeleitet von Marschkappellen den ganzen Tag durch die Straßen.
Auf der Plaza kam es zu einer riesigen Versammlung in der alle möglichen wichtige Persönlichkeiten Sucres und Chuquisacas Reden hielten und davon sprachen wie das Meer Bolivien eine und das Wiedergewinnen des Meeres als höchstes politisches Ziel zurzeit im Vordergrund stände.
Als Außenstehende wirkte diese ganze Prozedur extrem bizarr auf mich, schließlich ist es schon über hundert Jahre her, seitdem Bolivien im Salpeterkrieg (den sie übrigens selbst begonnen hatten) seinen Meerzugang an Chile verloren hatte. Die Bolivianer von heute waren zu dieser Zeit noch lange nicht geboren, trotzdem schmerzt ihnen dieser Verlust noch heute.
Aber natürlich sehen auch nicht alle die Sache mit dem Meer so ernst, die meisten Jugendlichen hier machen selbst schon viele Witze darüber, es ist vor allem die ältere Generation, die den Chilenen immer noch übelnimmt, dass sie ihnen das Meer genommen haben. Die Schulkinder wirkten bei den Umzügen auf mich auch eher gelangweilt, ich glaub vor allem die Kleineren hatten überhaupt keine Ahnung was auf ihren Plakaten stand, für sie war die Hauptsache eher, dass sie kein Unterricht hatten.
Jedenfalls musste ich mir ein Grinsen verkneifen, als ich meinen Kindern im Projekt erzählte, dass ich nach Chile gehen würde, während sie gerade kleine Schiffe in der Farben der bolivianischen Flagge als Hausaufgabe ausmalen mussten.

Wir flogen von La Paz aus direkt nach Chile, allerdings wurde unser Flug auf den nächsten Tag verschoben und wir wurden auf Kosten der Fluggesellschaft in einem 5-Sterne-Hotel in der reichsten Gegend von La Paz untergebracht.
Mit unseren Reiserucksäcken und bunten Hosen haben wir nicht ganz in das Bild dieses bonzigen Hotels gepasst, in dem sogar die Putzfrauen schick angezogen waren, aber wir genossen den kurzzeitigen Luxus. Wieder einmal wurde uns vor Augen geführt wie groß hier die Schere zwischen Arm und Reich ist, während dort Männer in schicken Anzügen teuren Wein in der Skybar des Hotels mit Blick auf das leuchtende La Paz tranken und über ihren neusten Investitionen sprachen, lag vor dem Hotel in der Straße eine Mutter mit ihren Kindern auf dem Boden und bettelte die vorbeigehenden Menschen um Essen an. Irgendwann schickten die Portiers des Hotels sie weg, anscheinend passte sie nicht in diese Gegend der Stadt und sollte nicht das glitzernde Bild der „Zona Sur“ zerstören.

Am nächsten Tag kamen wir dann abends endlich in Santiago de Chile an und merkten gleich schon bei der Taxisuche, dass wir nicht mehr in Boliven waren.
Während in Bolivien beliebig viele Menschen in ein Taxi passen (man kann sich auch immer in den Kofferraum setzen) und Anschnallen eher als überflüssig gilt (wenn es überhaupt Gurte gibt), mussten wir in Santiago erst mal nach einem Taxi suchen, das groß genug war für uns alle.
Auch an den Straßen und Häusern merkte man sofort, dass wir uns im riechsten Land Südamerikas befanden.

An unserem ersten Tag machten wir eine Stadttour, tranken Terremoto („Erdbeben“) das Nationalgetränk Chiles und genossen das gute Wetter.
Santiago ist mit 8Mio. Einwohnern eine unglaublich rießige Stadt, in der fast die Hälfte der gesamten Chilenischen Bevölkerung wohnt, in der immer ein buntes Treiben herrscht.

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Danach ging es weiter nach Viña del Mar, beziehungsweise Valparaiso, zwei Städte direkt am Meer, die ineinander übergehen.
Da kamen wir dann erstmals in den Genuss des „gestohlenen Meeres“ und der wunderschönen Stadt Valparaiso, die komplett bunt und voller Kunst an den Hauswänden und in den Straßen ist.

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Nach Valparaiso ging es nochmal zurück nach Santiago auf ein 2-tägiges Festival mit Millionen von Menschen.
Danach war unser Urlaub auch wieder zu Ende und wir flogen über Lima zurück nach La Paz. Insgesamt hat mir Chile total gut gefallen, irgendwann werde ich auch nochmal dort hin kommen, schließlich fehlt noch viele, was ich von dem langen Land nicht gesehen habe.
Dem Papa meiner ehemaligen Au-Pairs, Alfredo, habe ich etwas Sand und Meerwasser in Döschen aus Chile mitgebracht und er meinte augenzwinkernd, dass das schon mal ein Anfang wäre, bald würde das Meer wieder Bolivien gehören.

 

 

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Karneval

Zur Zeit ist Karneval in Bolivien, und wenn die Bolivianer eins können dann ist es Karneval feiern und viel Tanzen.
In Sucre war vor ein paar Wochen der „Carneval de antaño“ und meine Freundin Carina und ich haben in einer der Gruppen Cueca mitgetanzt.
Leider habe ich keine Fotos von diesem Umzug, da es in meinem Kostüm kein Platz für meine Kamera gab. Unsere Kostüme waren schön, nur sehr rosa… 😀

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Am nächstes Wochenende ging es dann los weiter in den Süden nach Tarija. Tarija ist eine eher kleiner Stadt, die vom äußeren sehr Sucre ähnelt.
Wir kamen passend zu „Comadres“, einem Fest in der Karnevalszeit, bei dem es um die Frauen geht. „Copadres“, also das gleiche nur für die Männer war schon ein paar Tage vorher, wird aber nicht so groß gefeiert wie „Comadres“. In Tarija wird in der Karnevalszeit jede Nacht durchgefeiert, doch trotz konstantem Schlafmangel konnten wir unsere Tage dort und das schöne Wetter genießen.

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Am Wochenende ging es dann weiter nach Oruro zu einem der bekanntesten Karnevalsumzüge in ganz Südamerika.
Oruro ist keine besonders schöne Stadt, doch einmal im Jahr blüht sie für ein Wochenende auf und ist voller Touristen aus der ganzen Welt.
Der Umzug ging um 9 Uhr morgens los und dauerte bis um 6 Uhr morgens des nächsten Tages, 21h!Die Kostüme waren unglaublich, noch prachtvoller als die von den Umzügen die ich bisher hier schon gesehen hatte.
Auch die Stimmung war gut, trotz des für Oruro typischen kalten Wetters und dem gelegentlichen Regen.
Während die Regencape-Verkäufer ordentlichen verdienten, machten auch die Verkäufer von Sprayschaum ordentlich Geschäft. Normalerweise wird zum Karneval in Bolivien viel mit Wasser gespielt, bzw. geworfen. Dieses Jahr wurde der Wasserverbrauch in der Karnevalszeit aufgrund des Wassermangels im letzten Jahr jedoch stark eingegrenzt und daher stieg man auf Sprayschaum um.
Sobald es Pausen zwischen den einzelnen Tanzgruppen gab, kam es zwischen den Kindern, die unter den Zuschauern waren zu regelrechten Schaumschlachten.
Die einzigen die verschont blieben waren die Tänzer, da hier jeder weiß, wie teuer die Trachten für den Karneval sind.

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Am meisten freute ich mich, die Tinkuy-Gruppen tanzen zu sehen, schließlich habe ich das ja selbst schon einmal getanzt. Ihre Kostüme waren noch beeindruckender als die in der Entrada de Guadeloupe in Sucre.

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Der für Oruro typische Tanz ist der Tanz der Teufel, begleitet von Engeln und Bären.

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Der Umzug hatte aber auch seine Schattenseite. Schon früh wurde unter den Zuschauern getrunken und zur Nacht hin kam es immer wieder zu Schlägereien am Rande des Umzuges. Abgesehen davon war ein großes Fest wie dieses das Paradies für Taschendiebe und Betrüger.

Insgesamt jedoch war der Karneval in Oruro ein unglaubliches Erlebnis. Man muss einmal dagewesen sein um diese Stimmung wirklich nachvollziehen zu können, die Tänze, die Musik und die Spektakel. Am meisten haben mich die Kostüme beeindruckt und das Talent der Tänzer.
An diesem Umzug dürfen nur die Besten der Besten teilnehmen, insgesamt gestalten tausende Personen dieses unglaubliche Spektakel.
Trotz des Frierens und des vielen Regens hat es sich auf jeden Fall gelohnt!

 

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Ganz viel Kreide und ein neues Haus

Wie ich schon erwähnt hatte ist auch unser Projekt im Januar umgezogen. Bevor der Umzug stattfand war das Projekt offiziell geschlossen, jedoch hatten Lena und ich trotzdem jeden Tag mehrere kleine Gäste vor der Tür stehen, die zum Spielen zu uns kamen. Die Weihnachtsferien waren lang, weshalb sich unsere Nachbarskinder oft etwas gelangweilt haben und daher gerne ein bisschen Zeit im Projekt verbrachten.

Die meisten von ihnen haben keinerlei Spielzeug zuhause, es fehlt einfach schon an grundlegenden Dingen wie Wasser. Daher wollten sie auch immer duschen wenn sie bei uns waren, denn Bäder haben sie zuhause nicht. Vor dem Spielen, Malen und Toben konnte also erstmal jeder ordentlich duschen und es gab eine enorme Schaumparty.  Es war schön zu sehen wie viel Spaß sie bei uns hatten, auch wenn wir sie irgendwann wieder nach Hause schicken mussten.
Die kleine Joseline (von mir auch gerne Hexe genannt wegen ihren Haaren), meinte oft sie wolle gar nicht nach Hause, weil vielleicht ihr Vater dann da wäre und sie hat mir erzählt, dass sie Angst vor ihm hat weil er sie und ihre großen Schwestern oft schlägt.
Ihre Schwestern haben mir das gleiche erzählt, sie sagten wenn zum Beispiel Joseline hin fällt oder sich irgendwas weh getan hat, müssen ihre Schwestern dafür die Prügel aushalten, da sie angeblich nicht gut genug auf die Kleine aufgepasst hätten.
Dabei sind die großen Schwestern erst selbst 7 und 9 Jahre alt und sollten nicht die komplette Verantwortung für ihre 3-jährige Schwester haben!
Auch von vielen meiner Projektkinder habe ich schon gehört, dass sie oft geschlagen werden, doch solche Geschichten schocken jedes Mal aufs Neue. Es macht mich traurig, dass sich manche kleine Kinder hier, die doch eigentlich so viel andere Sachen im Kopf haben sollten, sich darüber Sorgen machen, ob ihr Vater nach Hause kommt oder nicht.
Dabei kann man die Schuld nicht nur bei den Eltern suchen, auch wenn sie natürlich die Hauptverantwortlichen sind. Die Ursachen findet man hier auch in fehlender Bildung, der Hoffnungslosigkeit und Ausgrenzung die in vielen Häusern am Stadtrand zu finden ist und in dem schlechten Gesundheitssystem Boliviens. Wie sonst kann es dazu kommen, dass Kinder bestraft werden wenn sie sich verletzen, weil die Eltern genau wissen, dass sie einen Arztbesuch nicht bezahlen können? Es macht mich unglaublich wütend, wie der Präsident und viele Politiker hier den Fortschritt Boliviens andauernd anpreisen und sich selbst für die Stadien und schönen Fußballplätze loben, die sie gebaut haben, wobei genau diese Unmengen an Geld an wichtigeren Stellen fehlen.

Unsere Nachbarskinder gehören leider zu denen, die in diesem System gerne übersehen werden. Zum Glück haben wir es jetzt aber geschafft, dass ein Teil von ihnen in unserem Projekt eingeschrieben wird. Das ist schon mal ein Anfang.

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Ende Januar war es dann soweit und alles wurde umgezogen. Das neue Projekthaus befindet sich nur ein paar Meter weiter, daher ging der Umzug relativ schnell von statten. Mehrere der Kinder aus dem Projekt und auch unsere Nachbarskinder kamen vorbei und alle haben fleißig mit angepackt.
Das neue Haus ist etwas kleiner als das Alte, jedoch reicht der Platz vollkommen aus.
Es ist in drei Teile unterteilt, dem Comedor in dem gegessen wird uns Hausaufgaben gemacht werden, die Küche und der Lagerraum befinden sich im zweiten kleinem Haus und im dritten ist Platz für die Verwaltung und die Mutterkurse.
In der Mitte der drei Teile befindet sich ein kleiner Hof. Der Hof hat leider keine Wiese wie der alte, jedoch können wir hier alles mit Kreide voll malen, da der Hof betoniert ist. Unser Kreideverbrauch ist extrem in die Höhe geschossen, doch die Kinder haben eine Menge Spaß daran.

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