Kinder, Kinder, Kinder,…

Im Musuq ist in letzter Zeit viel passiert. Durch eine Spende von meinen lieben Großeltern konnten wir viele neue Spielsachen kaufen, Matten zum Draufsitzen und neue Materialien.
Bei den Kindern kamen die neuen Sachen natürlich supergut an und es ist schwer geworden sie überhaupt noch zum Hausaufgabenmachen zu bekommen, seit so viele tolle Sachen in ihrer Reichweite liegen.

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Abgesehen davon, haben wir jetzt eingeführ, dass wir jeden Monat einmal einen Ausflug machen, Ende März ging es daher nochmal zum Parque Bolivar im Zentrum mit den vielen schönen Dinospielgeräten. Auch den Größeren wird es da nie langweilig.

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Vorletzte Woche war dann auch der „Tag des Kindes“ in Bolivien und zur Feier des Tages gab es keine Hausaufgaben und die Kinder wurden mit Geschenken und Süßigkeiten in der Schule überhäuft. In manchen Schulen kamen auch Clowns oder Zauberer.

Im Projekt gab es natürlich auch eine Feier und wir haben eine „Miski Pukara“ gemacht, das heißt die Kinder mussten tanzen um sich Geschenke oder Süßigkeiten von einem Geschenke-Gerüst zu verdienen.
Natürlich wurden die Tänze nicht bewertet, jeder der getanzt hat, bekam seine Belohnung.
Manche der Mädels sahen aus wie kleine Prinzessinnen (oder wie Kommunionskinder), und haben mir stolz ihre Kleidchen präsentiert.
Meine ehemaligen Nachbarskinder (mittlerweile ist die komplette Familie eingeschrieben) haben auch fleißig abgesahnt, sie haben sich gut im Projekt eingelebt und fühlen sich total wohl. Das Fest kam bei allen Kindern total gut an und wir sind erfolgreich alle Belohnungen losgeworden.

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Am „geraubten Meer“

Kurz bevor ich mit ein paar der anderen Freiwilligen vor zwei Wochen nach Chile gefahren bin, war in Bolivien der „Tag des Meeres“.
Alle Schüler der Stadt mussten in ihren schönsten Uniformen mit bunten Plakaten voller Bilder und Sprüche zum Thema Meer, Fahnen und Kapellen auflaufen, das gesamte Militär und die Polizei Sucres marschierten in kompletter Uniform und begeleitet von Marschkappellen den ganzen Tag durch die Straßen.
Auf der Plaza kam es zu einer riesigen Versammlung in der alle möglichen wichtige Persönlichkeiten Sucres und Chuquisacas Reden hielten und davon sprachen wie das Meer Bolivien eine und das Wiedergewinnen des Meeres als höchstes politisches Ziel zurzeit im Vordergrund stände.
Als Außenstehende wirkte diese ganze Prozedur extrem bizarr auf mich, schließlich ist es schon über hundert Jahre her, seitdem Bolivien im Salpeterkrieg (den sie übrigens selbst begonnen hatten) seinen Meerzugang an Chile verloren hatte. Die Bolivianer von heute waren zu dieser Zeit noch lange nicht geboren, trotzdem schmerzt ihnen dieser Verlust noch heute.
Aber natürlich sehen auch nicht alle die Sache mit dem Meer so ernst, die meisten Jugendlichen hier machen selbst schon viele Witze darüber, es ist vor allem die ältere Generation, die den Chilenen immer noch übelnimmt, dass sie ihnen das Meer genommen haben. Die Schulkinder wirkten bei den Umzügen auf mich auch eher gelangweilt, ich glaub vor allem die Kleineren hatten überhaupt keine Ahnung was auf ihren Plakaten stand, für sie war die Hauptsache eher, dass sie kein Unterricht hatten.
Jedenfalls musste ich mir ein Grinsen verkneifen, als ich meinen Kindern im Projekt erzählte, dass ich nach Chile gehen würde, während sie gerade kleine Schiffe in der Farben der bolivianischen Flagge als Hausaufgabe ausmalen mussten.

Wir flogen von La Paz aus direkt nach Chile, allerdings wurde unser Flug auf den nächsten Tag verschoben und wir wurden auf Kosten der Fluggesellschaft in einem 5-Sterne-Hotel in der reichsten Gegend von La Paz untergebracht.
Mit unseren Reiserucksäcken und bunten Hosen haben wir nicht ganz in das Bild dieses bonzigen Hotels gepasst, in dem sogar die Putzfrauen schick angezogen waren, aber wir genossen den kurzzeitigen Luxus. Wieder einmal wurde uns vor Augen geführt wie groß hier die Schere zwischen Arm und Reich ist, während dort Männer in schicken Anzügen teuren Wein in der Skybar des Hotels mit Blick auf das leuchtende La Paz tranken und über ihren neusten Investitionen sprachen, lag vor dem Hotel in der Straße eine Mutter mit ihren Kindern auf dem Boden und bettelte die vorbeigehenden Menschen um Essen an. Irgendwann schickten die Portiers des Hotels sie weg, anscheinend passte sie nicht in diese Gegend der Stadt und sollte nicht das glitzernde Bild der „Zona Sur“ zerstören.

Am nächsten Tag kamen wir dann abends endlich in Santiago de Chile an und merkten gleich schon bei der Taxisuche, dass wir nicht mehr in Boliven waren.
Während in Bolivien beliebig viele Menschen in ein Taxi passen (man kann sich auch immer in den Kofferraum setzen) und Anschnallen eher als überflüssig gilt (wenn es überhaupt Gurte gibt), mussten wir in Santiago erst mal nach einem Taxi suchen, das groß genug war für uns alle.
Auch an den Straßen und Häusern merkte man sofort, dass wir uns im riechsten Land Südamerikas befanden.

An unserem ersten Tag machten wir eine Stadttour, tranken Terremoto („Erdbeben“) das Nationalgetränk Chiles und genossen das gute Wetter.
Santiago ist mit 8Mio. Einwohnern eine unglaublich rießige Stadt, in der fast die Hälfte der gesamten Chilenischen Bevölkerung wohnt, in der immer ein buntes Treiben herrscht.

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Danach ging es weiter nach Viña del Mar, beziehungsweise Valparaiso, zwei Städte direkt am Meer, die ineinander übergehen.
Da kamen wir dann erstmals in den Genuss des „gestohlenen Meeres“ und der wunderschönen Stadt Valparaiso, die komplett bunt und voller Kunst an den Hauswänden und in den Straßen ist.

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Nach Valparaiso ging es nochmal zurück nach Santiago auf ein 2-tägiges Festival mit Millionen von Menschen.
Danach war unser Urlaub auch wieder zu Ende und wir flogen über Lima zurück nach La Paz. Insgesamt hat mir Chile total gut gefallen, irgendwann werde ich auch nochmal dort hin kommen, schließlich fehlt noch viele, was ich von dem langen Land nicht gesehen habe.
Dem Papa meiner ehemaligen Au-Pairs, Alfredo, habe ich etwas Sand und Meerwasser in Döschen aus Chile mitgebracht und er meinte augenzwinkernd, dass das schon mal ein Anfang wäre, bald würde das Meer wieder Bolivien gehören.

 

 

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Karneval

Zur Zeit ist Karneval in Bolivien, und wenn die Bolivianer eins können dann ist es Karneval feiern und viel Tanzen.
In Sucre war vor ein paar Wochen der „Carneval de antaño“ und meine Freundin Carina und ich haben in einer der Gruppen Cueca mitgetanzt.
Leider habe ich keine Fotos von diesem Umzug, da es in meinem Kostüm kein Platz für meine Kamera gab. Unsere Kostüme waren schön, nur sehr rosa… 😀

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Am nächstes Wochenende ging es dann los weiter in den Süden nach Tarija. Tarija ist eine eher kleiner Stadt, die vom äußeren sehr Sucre ähnelt.
Wir kamen passend zu „Comadres“, einem Fest in der Karnevalszeit, bei dem es um die Frauen geht. „Copadres“, also das gleiche nur für die Männer war schon ein paar Tage vorher, wird aber nicht so groß gefeiert wie „Comadres“. In Tarija wird in der Karnevalszeit jede Nacht durchgefeiert, doch trotz konstantem Schlafmangel konnten wir unsere Tage dort und das schöne Wetter genießen.

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Am Wochenende ging es dann weiter nach Oruro zu einem der bekanntesten Karnevalsumzüge in ganz Südamerika.
Oruro ist keine besonders schöne Stadt, doch einmal im Jahr blüht sie für ein Wochenende auf und ist voller Touristen aus der ganzen Welt.
Der Umzug ging um 9 Uhr morgens los und dauerte bis um 6 Uhr morgens des nächsten Tages, 21h!Die Kostüme waren unglaublich, noch prachtvoller als die von den Umzügen die ich bisher hier schon gesehen hatte.
Auch die Stimmung war gut, trotz des für Oruro typischen kalten Wetters und dem gelegentlichen Regen.
Während die Regencape-Verkäufer ordentlichen verdienten, machten auch die Verkäufer von Sprayschaum ordentlich Geschäft. Normalerweise wird zum Karneval in Bolivien viel mit Wasser gespielt, bzw. geworfen. Dieses Jahr wurde der Wasserverbrauch in der Karnevalszeit aufgrund des Wassermangels im letzten Jahr jedoch stark eingegrenzt und daher stieg man auf Sprayschaum um.
Sobald es Pausen zwischen den einzelnen Tanzgruppen gab, kam es zwischen den Kindern, die unter den Zuschauern waren zu regelrechten Schaumschlachten.
Die einzigen die verschont blieben waren die Tänzer, da hier jeder weiß, wie teuer die Trachten für den Karneval sind.

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Am meisten freute ich mich, die Tinkuy-Gruppen tanzen zu sehen, schließlich habe ich das ja selbst schon einmal getanzt. Ihre Kostüme waren noch beeindruckender als die in der Entrada de Guadeloupe in Sucre.

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Der für Oruro typische Tanz ist der Tanz der Teufel, begleitet von Engeln und Bären.

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Der Umzug hatte aber auch seine Schattenseite. Schon früh wurde unter den Zuschauern getrunken und zur Nacht hin kam es immer wieder zu Schlägereien am Rande des Umzuges. Abgesehen davon war ein großes Fest wie dieses das Paradies für Taschendiebe und Betrüger.

Insgesamt jedoch war der Karneval in Oruro ein unglaubliches Erlebnis. Man muss einmal dagewesen sein um diese Stimmung wirklich nachvollziehen zu können, die Tänze, die Musik und die Spektakel. Am meisten haben mich die Kostüme beeindruckt und das Talent der Tänzer.
An diesem Umzug dürfen nur die Besten der Besten teilnehmen, insgesamt gestalten tausende Personen dieses unglaubliche Spektakel.
Trotz des Frierens und des vielen Regens hat es sich auf jeden Fall gelohnt!

 

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Ganz viel Kreide und ein neues Haus

Wie ich schon erwähnt hatte ist auch unser Projekt im Januar umgezogen. Bevor der Umzug stattfand war das Projekt offiziell geschlossen, jedoch hatten Lena und ich trotzdem jeden Tag mehrere kleine Gäste vor der Tür stehen, die zum Spielen zu uns kamen. Die Weihnachtsferien waren lang, weshalb sich unsere Nachbarskinder oft etwas gelangweilt haben und daher gerne ein bisschen Zeit im Projekt verbrachten.

Die meisten von ihnen haben keinerlei Spielzeug zuhause, es fehlt einfach schon an grundlegenden Dingen wie Wasser. Daher wollten sie auch immer duschen wenn sie bei uns waren, denn Bäder haben sie zuhause nicht. Vor dem Spielen, Malen und Toben konnte also erstmal jeder ordentlich duschen und es gab eine enorme Schaumparty.  Es war schön zu sehen wie viel Spaß sie bei uns hatten, auch wenn wir sie irgendwann wieder nach Hause schicken mussten.
Die kleine Joseline (von mir auch gerne Hexe genannt wegen ihren Haaren), meinte oft sie wolle gar nicht nach Hause, weil vielleicht ihr Vater dann da wäre und sie hat mir erzählt, dass sie Angst vor ihm hat weil er sie und ihre großen Schwestern oft schlägt.
Ihre Schwestern haben mir das gleiche erzählt, sie sagten wenn zum Beispiel Joseline hin fällt oder sich irgendwas weh getan hat, müssen ihre Schwestern dafür die Prügel aushalten, da sie angeblich nicht gut genug auf die Kleine aufgepasst hätten.
Dabei sind die großen Schwestern erst selbst 7 und 9 Jahre alt und sollten nicht die komplette Verantwortung für ihre 3-jährige Schwester haben!
Auch von vielen meiner Projektkinder habe ich schon gehört, dass sie oft geschlagen werden, doch solche Geschichten schocken jedes Mal aufs Neue. Es macht mich traurig, dass sich manche kleine Kinder hier, die doch eigentlich so viel andere Sachen im Kopf haben sollten, sich darüber Sorgen machen, ob ihr Vater nach Hause kommt oder nicht.
Dabei kann man die Schuld nicht nur bei den Eltern suchen, auch wenn sie natürlich die Hauptverantwortlichen sind. Die Ursachen findet man hier auch in fehlender Bildung, der Hoffnungslosigkeit und Ausgrenzung die in vielen Häusern am Stadtrand zu finden ist und in dem schlechten Gesundheitssystem Boliviens. Wie sonst kann es dazu kommen, dass Kinder bestraft werden wenn sie sich verletzen, weil die Eltern genau wissen, dass sie einen Arztbesuch nicht bezahlen können? Es macht mich unglaublich wütend, wie der Präsident und viele Politiker hier den Fortschritt Boliviens andauernd anpreisen und sich selbst für die Stadien und schönen Fußballplätze loben, die sie gebaut haben, wobei genau diese Unmengen an Geld an wichtigeren Stellen fehlen.

Unsere Nachbarskinder gehören leider zu denen, die in diesem System gerne übersehen werden. Zum Glück haben wir es jetzt aber geschafft, dass ein Teil von ihnen in unserem Projekt eingeschrieben wird. Das ist schon mal ein Anfang.

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Ende Januar war es dann soweit und alles wurde umgezogen. Das neue Projekthaus befindet sich nur ein paar Meter weiter, daher ging der Umzug relativ schnell von statten. Mehrere der Kinder aus dem Projekt und auch unsere Nachbarskinder kamen vorbei und alle haben fleißig mit angepackt.
Das neue Haus ist etwas kleiner als das Alte, jedoch reicht der Platz vollkommen aus.
Es ist in drei Teile unterteilt, dem Comedor in dem gegessen wird uns Hausaufgaben gemacht werden, die Küche und der Lagerraum befinden sich im zweiten kleinem Haus und im dritten ist Platz für die Verwaltung und die Mutterkurse.
In der Mitte der drei Teile befindet sich ein kleiner Hof. Der Hof hat leider keine Wiese wie der alte, jedoch können wir hier alles mit Kreide voll malen, da der Hof betoniert ist. Unser Kreideverbrauch ist extrem in die Höhe geschossen, doch die Kinder haben eine Menge Spaß daran.

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Weihnachtsreise (Teil 2)

In Chile ging es nach der Einreise direkt nach San Pedro de Atacama. Dies ist ein verschlafenes kleines Städtchen, das vor allem als Übergangspunkt für Touristen dient,  die nach Chile von Bolivien aus einreisen oder umgekehrt. Dort sind wir auch nur eine Nacht geblieben um direkt mit dem Bus weiter nach Argentinien zu fahren.

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In Argentinien angekommen war die erste Stadt die wir zu sehen bekamen Salta. Salta ist nicht besonders groß, aber sehr schön. Man merkte gleich, dass Argentinien reicher ist als Bolivien, die Autos waren moderner, die Häuser größer und europäischer.
Das erste mal seit 6 Monaten bekamen wir auch mal wieder einen McDonalds zu sehen, denn in Bolivien gibt es kein McDonalds mehr.

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Am nächsten Tag ging es weiter mit dem Bus nach Buenos Aires. Wir saßen den ganzen Tag im Bus, aber zumindest bekamen wir so viel von der Landschaft zu sehen.
Buenos Aires ist wirklich eine riesige Stadt und sehr beeindruckend. Sie wird auch oft das „Paris Südamerikas“ genannt, da viele Teile der Stadt im europäischen Stil gebaut wurden. In Buenos Aires rennt man als Tourist nicht von einer Sehenswürdigkeit zur  nächsten, vielmehr genießt man die Stimmung der Stadt und ihre Vielseitigkeit.
Hier trifft sich Altes und Neues, hier wohnen Menschen aus ganz Südamerika zusammen und Kulturen aus aller Welt treffen sich hier.
Abgesehen davon ist Buenos Aires eine extrem moderne Stadt, die vor allem bei der Jugend Südamerikas beliebt ist.

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Was mir an Buenos Aires sehr gefällt ist dieser Mischmasch von vielen Kulturen, in einem Stadtteil fühlt man sich wie in Frankreich, ein paar Straßen weiter erinnert alles an New York und eine Ecke weiter denkt man an Rom.

Worüber ich mich auch sehr gefreut habe war, das Meer mal wieder zu sehen. Bolivien hat ja seinen Meerzugang leider in verschiedenen Kriegen verloren (aber sie holen es sich wieder, soviel steht fest… 😉 ).

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Am schönsten fand ich allerdings den Stadtteil „La Boca“ (der Mund), ein kunterbunter Stadtteil mit viele Restaurants, argentinischen Steaks und Tangotänzern.

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Insgesamt hat mir die Stadt sehr gut gefallen, auch wenn die Heimreise wirklich lange und anstrengend war, hat es sich doch gelohnt bis dort runter zu fahren.
Argentinien im Allgemeinem fand ich sehr schön, auch die Leute waren extrem offen und gastfreundlich.
Trotzdem habe ich mich auch sehr gefreut wieder nach Sucre zurückzukommen und auch meine Kinder im Projekt wiederzusehen. Wie das neue Projekthaus jetzt aussieht zeige ich dann im nächsten Beitrag.

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Weihnachtsreise (Teil 1)

Es kommt mir wie eine Ewigkeit vor seit ich das letzte Mal etwas geschrieben habe.
Die letzten Tage waren hier sehr vollgepackt, denn sowohl Lena und ich, als auch mein Projekt sind umgezogen, aber dazu ein anderes Mal mehr.
Davor hatte ich 3 Wochen lang Weihnachtsferien, die ich zum Reisen genutzt habe. Nach Weihnachten ging es von La Paz aus los zum berühmten Salar de Uyuni bis zur chilenischen Grenze und schließlich weiter bis nach Buenos Aires in Argentinien.
Aber eins nach dem Anderen.

Weihnachten habe ich mit mehreren anderen Freiwilligen in El Alto (La Paz) verbracht. Es gab viele Wichtel-Geschenke und gutes Essen, insgesamt war es ein ungewohntes aber trotzdem sehr schönes Weihnachtsfest.
Abends sind wir auch wie es sich gehört in die Kirche gegangen und das war auch eine sehr schöne Erfahrung. Die Kirche war total überfüllt, die Lieder waren sehr fröhlich und es wurde laut mitgesungen und natürlich auch ein bisschen mitgetanzt. Viele Leute hatten auch kleine Jesuskinder dabei, die sie taufen ließen. Am lustigsten fand ich aber den Chor aus kleinen Weihnachtsmännern neben der Krippe, denn die trifft man ja sonst eher selten in katholischen Kirchen.

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Am nächsten Tag ging es für Nikolas, einem anderem Freiwilligen,  und mich gleich weiter nach Uyuni um die Salar-Tour zu machen. Die Tour dauerte drei Tage und wir waren zu 6 mit einem Guide in einem Jeep unterwegs. Unsere Gruppe verstand sich schnell sehr gut, die anderen waren aus Mexico und Santa Cruz.
Der erste Halt war ein Eisenbahnfriedhof außerhalb von Uyuni. Früher wurden diese Eisenbahnen zum Salztransport benutzt, heute dienen sie hauptsächlich als Touristenattraktion und zum Fotos machen.

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Nachdem wir genug herumgeklettert waren ging es weiter zur großen weltberühmten Salzfläche. Mir kam diese Salzwüste unendlich groß vor, nirgendwo konnte man ein wirkliches Ende erkennen, höchstens ein paar Berge, stundenlang sah man nur weiß, wenn man aus dem Fenster schaute.
Mittagessen gab es dann in einem ehemaligen Salzhotel (der Name sagt es schon, alles war aus Salz). Diese weite Fläche hat mich unglaublich beeindruckt und man hat sich plötzlich unglaublich klein gefühlt.
An manchen Stellen war das Salz schon etwas braun, weil es in den Wochen davor so lange nicht mehr geregnet hatte.
Nach dem Mittagessen konnten wir auch noch auf eine der vielen Kakteeninseln gehen, von der aus man eine unglaubliche Aussicht hatte.

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Unser erster Tag der Tour endete dann gemütlich abends in einem Salzhotel mit einem leckerem Abendessen und einer heißen Dusche. Ab diesem Tag war auch in jeder Ritze und zwischen allen Sachen im Rucksack feinstes Salar-Salz zu finden.

Am nächsten Tag ging es weiter, durch umwerfende Landschaften hin zu den ersten Lagunen. Unterwegs machten wir immer wieder halt um die Landschaft besser sehen zu können und Fotos machen, die manchmal schon fast unecht aussehen oder wie Bilder von einem Windows-Bildschirmschoner.
Die Farben waren einfach umwerfend und mir kam alle etwas unwirklich vor.

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Die erste Lagune, die wir zu sehen bekamen war voller Flamingos und einfach nur wunderschön.

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Auch die zweite Lagune war umwerfend, noch heller als die erste und auch wieder mit vielen Flamingos besetzt. Mit Blick auf diese wunderschöne Landschaft gab es dann Mittagessen in einem vollkommen ökologischem Hotel.

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Nach dem Mittagessen fuhren wir  an einer weiteren Lagune vorbei, durch eine kleine Wüste bis hin zum „Arbre de pierre“.
Dauernd wechselte die Landschaft und ich versuchte wirklich jede Sekunde aus dem Fenster zu schauen um ja nichts zu verpassen.

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Der letzte Stopp am zweiten Tag war schließlich die Laguna Colorada, eine riesige und beindruckende Lagune, ganz verschiedener Farben.

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Unser letzter Tag am Salar de Uyuni begann sehr früh um halb 5 Uhr morgens. Wir fuhren direkt los zu den sogennanten „Geysers“. Dort konnten wir eingepackt in tausend Pullis und Jacken bei Eiseskälte faszinierende Dämpfe aus der Erde schießen und aufsteigen sehen. Wie genau diese Dämpfe entstehen habe ich leider wieder vergessen, es war einfach noch so früh.

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Nach den Geysers folgten heiße Quellen in denen man sich aufwärmen konnte. Die Vorstellung aus meinen vielen Pullis rauskommen zu müssen hielt mich davon ab ganz reinzugehen, doch ich konnte zumindest meine Füße und Beine wieder auftauen und die Landschaft war einfach gigantisch.

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Schließlich machten wir uns auf den Rückweg, unterwegs gab es natürlich wieder viel zu sehen und natürlich auch wieder eine Lagune. Ein letztes Mal konnten wir uns noch sattsehen an dieser umwerfenden Natur und mir kam immer noch alles total irreal vor.
Unser Guide fuhr den Rest der Truppe noch bis nach Uyuni zurück, Niko und mich setzte er vorher an der chilenischen Grenze ab, wo unsere Reise dann weiterging

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Wie es dann in Chile, bzw. Argentinien weiterging berichte ich dann in meinem nächsten Beitrag. Ich bin unglaublich froh, dass ich die Salar-Tour gemacht habe, es war einfach eine unglaubliche Erfahrung und ich habe noch nie so wunderschöne Landschaften gesehen. Jedem der nach Bolivien kommt empfehle ich, diese Tour zu machen, 3 Tage pures Staunen!

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Dinos und ein kleines Jesuskind

Um den Kindern in den letzten Tagen vor Weihnachten und vor den Ferien die Zeit nochmal besonders schön zu gestalten, sind wir am Donnerstag mit ihnen ins Zentrum, in den Parque Bolivar gefahren. Ein Teil des Parques ist nämlich ein riesiger Kinderspielplatz, ganz mit Dinosauriern gestaltet.
Es gab viel Eis, aufgeschürfte Knie und mit Kindern vollgestopfte Micros. Insgesamt waren alle total begeistert, denn die Spielplätze in Lajastambo sind eher karg gestaltet. Und die ganzen Dinos im Parque waren nochmal besonders spannend.

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Wieder im Projekt angekommen ging es gleich weiter mit ein paar ausgiebigen Kuschelstunden und „fliegen“.

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Gestern war dann schließlich der letzte Tag vor den Ferien und zur Feier des Tages wurde wieder getanzt, gegessen, Reden gehalten (bei denen glaube ich kein Kind wirklich zugehört hat), es wurden Geschenke verteilt und es gab auch ein Krippenspiel.

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Beim Krippenspiel gab es sogar ein echtes kleines Jesuskind (es wurde ein Geschwisterchen mal eben kurz ausgeliehen), dass sich ohne Schreien perfekt in seine Rolle einfand.
Besonders niedlich waren auch die kleinen Mini-Cholitas und ihre Tanzpartner, die anstelle von Engeln oder Hirten zur Krippe tanzten.

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Für die Kinder waren natürlich die Weihnachtsgeschenke ein Höhepunkt, die Familienweise an alle verteilt wurden.

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Insgesamt war die Feier sehr schön und ein guter Abschluss des Jahres. Ich glaube es hat auch den Kindern sehr gut gefallen, zumindest sahen sie alle sehr zufrieden aus, als sie mit ihren Geschenken in den Armen gegangen sind.
Ich freue mich schon richtig sie nach den Ferien wiederzusehen, aber aufs Reisen freue ich mich natürlich auch schon sehr. Am Montag gehts los!

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